Die Harfinistin Ellen Bødtker & der Lyriker Jan Erik Vold zu Gast im Berliner Felleshuset.

Veranstaltungen
Musikalische Lesung
22:00
Felleshuset (Berlin, Deutschland)

Herzlich willkommen zu einer musikalischen Lesung mit Jan Erik Vold und Ellen Bødtker im Felleshuset der Nordischen Botschaften in Berlin.

Ellen Bødtker (Harfe) & Jan Erik Vold (Text). Foto: CV Wesenberg

„Bødtker setzt ihr virtuoses Harfenspiel im Kontext klassischer Orchester ebenso gekonnt ein wie bei ihren Crossover Projekten.“ (Jazzthing)

Die norwegische Komponistin Ellen Bødtker eröffnet auf skandinavische Weise Zugang zum „Traum in uns“. An der Harfe spielt sie – u. a. auch mit eingesetztem
e-Bow – mit Erwartungshaltungen und Klischees. Seltsam schroff verschmelzen Worte und Musik zu einem ganz eigenen Klangbild, wobei Bødtker immer neue Beziehungen zwischen Orten, Worten und Traditionen herstellt.Ihre Musik ist existenziell. Die Harfinistin entwickelt in ihrer Arbeit einen ganz eigenen Sog. Sie übersetzt immer wieder visuelle Ereignisse in überraschenden Klang. In Nordic lights meets arctic sounds vollzieht sie die faszinierenden Bewegungen des arktischen Nordlichts akustisch nach, auch im Sommer dort draußen „verbinden sich sensible Klanglandschaften“ (Jazzthing), hier klingt die Harfe ganz anders als erwartet: Ellen Bødtker transportiert mit ihrem oft engelsgleich klingenden Instrument auch Schrecken und Schmerzen wie in Munchs Bildern z. B. dem Schrei. Munchs Darstellung des Seelendramas beeinflusste zahlreiche Komponisten besonders der zweiten Wiener Schule und damit das Musikleben des 20. Jahrhunderts nachhaltig. Zu Munchs 150. Jubiläum entwickelte die Norwegerin, die auch in Wien und an der Indiana-University studiert hat, die Performance „Lifeblood“. Sie gastierte damit weltweit, u.a. auch in Japan. Im japanischen Hochgeschwindigkeitszug entstand das Programm Sommer dort draußen:

Die Komponistin entdeckte mit dem Lyriker Jan Erik Vold Haiku-Gedichte, die sie während der Zugfahrten las – und die Gemeinsamkeiten der vorbeiziehenden japanischen Dörfer mit den norwegischen Siedlungen ihrer Erinnerung. Aus der Auseinandersetzung mit Munch entwickelte Bødtker auch die Einspielung Jeg ser („Ich sehe“). In diesen Kompositionen macht die Harfenistin das Nordlicht hörbar. Sie „malt das Universum mit Musik“ (Byavisen Tønsberg)

Sehen und hören, was möglich ist mit Harfe, e-Bow und Text kann man vorab schon einmal hier und anlässlich der Buchmesse Norwegen 2019 auch in Deutschland live erleben. Zu hören ist dies nicht nur in einer Einspielung sondern auch live – wenn sich Norwegen unter dem Motto „Der Traum in uns“ als Ehrengast der Buchmesse präsentieren wird.

Vorher kann man Bødtkers vielfältiges Schaffen in Norwegen sehen. Ab dem 2. Oktober spielt sie als Soloharfenistin in der gerade 15 Jahre jungen Nordfjordoper; weitere Eindrücke gibt esauf YouTube und hier.

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